21. Mai 2007 – Rurrenabaque

Luftaufnahme Amazonas KleinAm Montag, 21.05. flog ich mit der Air Amazonas nach Rurrenabaque. Der 18-Plaetzer schuettelte wacker waehrend des einstuendigen Fluges. Um ein Haar haette ich den Flieger verpasst … aber dank bolivianischer Zeit klappte alles. Oder eben nicht. Die Post hatte mich fast zum Wahnsinn gebracht. Voller Naivitaet ignorierte ich die Moeglichkeit, dass es noch ein anderes Land als Indien geben koennte, die annaehernd so komplizierte Prozedere kennen, um ein Paket anzunehmen. Musste oft tief durchatmen, hatte das bestellte Taxi bereits abgeschrieben (die Entschuldigung wuerde selbstredend sein) und wurde fast auf der Hauptachse von La Paz von typisch rabiaten Autos ueberfahren, als ich in irgendeinem unscheinbaren Laden rannte, um zwei Passkopien anfertigen zu lassen, wovon eine in die wasser-reissfeste Huelle eingenaeht wurde. 30 Bolivianos bitte fuer die Handarbeit. Mann, Frau, gib mir die Nadel, dachte ich. Aber nein, Geduld, dies ist ihr Job, also halt Dich still. Und dann alles 10 mal zukleben, dreimal anschreiben, zum anderen Schalter bringen, von welchem ich schon je 2 Formulare im Doppel mit x Durchschlaegen besorgen musste. Und natuerlich hatte der grad was anderes zu tun. Ruhe bewahren, ich hatte ja noch 2 Stunden bis zum Abflug. Als dann die Zangengeburt vollbracht war, stoppte ich das naechst beste, einigermassen vertrauenswuerdig aussehende Taxi an und feilschte 3 Sekunden um den Preis zum Flughafen via Hostal. Ok, und los gings, geradewegs in den Stau. Die Busschauffeure waren in Streik getreten, und fast saemtliche Strassen waren verstopft. Miner Naerve … Ich wies den Taxichauffeur an, mich abzusetzen und an einer anderen Ecke wieder aufzuladen. Den Rest legte ich zu Fuss zurueck. Wusste gar nicht, dass ich soviel O2 in den voellig vergasten Strassen fand … Item, irgendwie rannte ich mit Sack und Pack bergauf und fand tatsaechlich „mein“ Taxi. Ueber uebelste, steilste Hinterstrassen fuhren wir im 1. Gang nach Alto de La Paz, wo sich auch der Flughafen befand. Es reichte gerade noch …

 3′500 m tiefer landeten wir auf einer Graspiste im Urwald. 24 Grad und feucht, juppiiiiiieeee! Tevas und Sarong ahoi! Das Staedtchen erinnerte mich ziemlich an Thailand; ueberall Motorraeder, Vegetation, Lebensart. Sich in der Nacht zu bewegen, ist unproblematisch. Dachte ich, bis mich ein aelterer Velofahrer (ohne Licht) mit Volldampf ueber den Haufen fuhr. Ich dachte, ich spinne. Als ich wieder auf den Beinen stand (ausser ein paar Schrammen, einer Quetschung und einem zerschliessenen Sarong war alles ok), fragte ich ihn leicht veraergert, warum er mir denn nicht ausgewichen sei. Er haette mich im Gegenlicht eines Motorrades nicht gesehen …  Also aufgepasst, Kinder, nicht nur links gehen, sondern auch immer sprungbereit sein :-)  

Die 5-stuendige Bootsfahrt am 23. Mai - den Fluss Beni und Tuichi rauf – war eine sehr kalte Angelegenheit. Schon wieder …
Die Eco-Lodge Chalalan (http://www.chalalan.com/) ist tief im bolivianischen Amazonasgebiet ausschliesslich mit indigenen Materialien erbaut worden , und wird vorbildlich von den dort lebenden Bewohnern gefuehrt. Es waren interessante und spannende Tage, die auch kulinarisch nichts zu wuenschen uebrig liessen. Viele Tiere blieben mir aber verborgen, weil auch diese Regen und Kaelte nicht moegen. Die anderen habe ich alle fotografiert :-)

Eine Antwort zu „21. Mai 2007 – Rurrenabaque“

  1. Paddy sagt:

    Wie und dann? Tz.

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